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Threat Intelligence

Agentic Layer in SecTepe.Core.CTI: governierter MCP-Server, NLQ, Report-AI & Graph

SecTepe Redaktion
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7 Min. Lesezeit

KI in der Threat Intelligence scheitert selten am Modell, sondern an der Governance: Wie lässt man einen Agenten die Plattform bedienen, ohne ihm Schreibrechte oder ungefilterten Datenzugriff zu geben? SecTepe.Core.CTI beantwortet das mit einem Agentic Layer aus vier Diensten, die alle über dasselbe Identitäts- und RBAC-Modell laufen wie der Rest der Plattform.

MCP-Server: elf governierte Werkzeuge

Der MCP-Server (FastMCP, Streamable-HTTP, stateless, Port 5099) stellt genau elf governierte Werkzeuge bereit – darunter search_iocs, iocs_for_task, lookup_threat_intel, get_sandbox_report, list_cases, get_case, create_case und whoami. Eine Middleware löst jede Anfrage über das gemeinsame Identitätsmodell auf; jedes Werkzeug erzwingt eine RBAC-Berechtigung (z. B. braucht create_case die Berechtigung jobs:write). Anonyme Aufrufe werden bei aktivierter API-Key-Pflicht mit 401 abgewiesen. Positioniert ist das gegen Joe Sandbox' Cloud-MCP.

NLQ: eine Frage, genau ein read-only Werkzeug

Der NLQ-Dienst (Port 5013) beantwortet Fragen in natürlicher Sprache über eine dreistufige Pipeline: Ein LLM routet die Frage auf genau ein read-only Werkzeug aus einem festen Katalog (striktes JSON), die Ausführung läuft deterministisch, und ein zweiter LLM-Schritt formuliert die Antwort ausschließlich auf Basis der zurückgelieferten Daten. Verändernde Aktionen sind bewusst ausgeschlossen. Der Souveränitäts-Aspekt: Mit einem selbst gehosteten Ollama bleiben Frage und Daten on-prem.

Report-AI: strukturierte Bedrohungsberichte, fail-soft

Report-AI (Port 5014) macht aus einem Analyse-Job, einem Sandbox-Report oder einem Fall einen strukturierten Bedrohungsbericht in Markdown, Deutsch, Englisch oder beidem – mit festen Abschnitten (Executive Summary, Key Findings, IOCs, MITRE ATT&CK, empfohlene Maßnahmen) und „None observed" bei Lücken. Entscheidend ist der Fail-Soft-Modus: Auch ohne verfügbares Modell liefert der Dienst einen deterministischen Vorlagen-Bericht aus den Rohdaten – der Endpunkt gibt immer etwas Brauchbares zurück.

Graph-Service: Beziehungen sichtbar machen

Der Graph-Service (Port 5015) liefert einen JSON-Graphen (Knoten + Kanten), der zeigt, wie eine Probe mit ihren IOCs und mit anderen Sandbox-Tasks zusammenhängt – etwa GET /api/v1/graph/task/<task_id> für den Ein-Hop-Pivot je IOC. Dedup und eine harte max_nodes-Grenze mit truncated-Flag halten den Graphen beherrschbar. Er ist ausdrücklich das Open-Source-Pendant zum Relations-Tab von VMRay.

Opt-in und getestet

Alle vier Dienste werden als opt-in Compose-Profile ausgeliefert, sind in der Image-Build-Matrix und tragen eigene Unit-Tests. Sie greifen ineinander mit der agentenlosen Sandbox und der Analyst-Triage: Der MCP-Server öffnet die Werkzeuge, NLQ und Report-AI fassen zusammen, der Graph verbindet – und alles bleibt governiert.

Fazit

Der Agentic Layer macht SecTepe.Core.CTI KI-bedienbar, ohne die Kontrolle abzugeben: read-only wo nötig, RBAC pro Werkzeug, fail-soft im Zweifel und mit der Option, alles souverän auf einem lokalen Modell zu betreiben. So wird aus dem Hype um Agenten ein Werkzeug, das ein SOC tatsächlich einsetzen darf.