Eine Angriffsfläche ist kein Foto, sondern ein Film: Neue Subdomains, geänderte Dienste, frisch veröffentlichte CVEs verschieben das Bild täglich. Ein einmaliger Jahres-Pentest kann damit nicht Schritt halten. SecTepe SnapScan beantwortet das mit einem Continuous-Threat-Exposure-Management-Ansatz (CTEM) – plus zwei neuen Aufklärungswegen, die vorher blinde Flecken schließen.
Der CTEM-Loop: Scope, Discover, Validate, Prioritize, Mobilize
Über das Modell ScanSchedule lassen sich Scans in fester Kadenz wiederholen, sodass die Exposure kontinuierlich neu validiert wird. Das folgt dem klassischen CTEM-Zyklus:
- Scope – festlegen, was zur Angriffsfläche gehört.
- Discover – Assets und Dienste laufend entdecken.
- Validate – prüfen, was davon tatsächlich exponiert und ausnutzbar ist.
- Prioritize – nach realem Risiko priorisieren.
- Mobilize – die Ergebnisse in Handlung überführen: als GRC-Evidenz in SecTepe.Core.
Eine eigene KPI-Ansicht unter /console/ctem macht den Fortschritt über die Zeit sichtbar – nicht nur den aktuellen Scan, sondern den Trend.
Passive OSINT-Footprint-Engine: aufklären, ohne anzufassen
Nicht jede Aufklärung darf das Ziel berühren – etwa in frühen Angebotsphasen oder bei Dritt-Assets. Die neue passive OSINT-Footprint-Engine arbeitet daher rein passiv: Sie sammelt öffentlich verfügbare Informationen zur Angriffsfläche, ohne das Ziel aktiv zu kontaktieren. Das ist rechtlich sauber und liefert dennoch ein belastbares erstes Bild der Exponierung.
Tor/Onion-Scanning für versteckte Dienste
Manche Angriffsfläche liegt nicht im Clearnet: Leak-Portale, versteckte Dienste, exponierte Onion-Endpunkte. SnapScan kann jetzt .onion-Ziele über einen SOCKS-Proxy scannen (mit eigenem Dockerfile.tor und Compose-Setup). Damit lässt sich prüfen, ob eigene Dienste versehentlich über Tor erreichbar sind – oder ob im Dark Web Infrastruktur mit Bezug zum eigenen Unternehmen auftaucht.
Hinweis: Die interne Cloud-Security-Posture-Prüfung (CSPM) ist als Baustein angelegt und wird je Cloud-Provider aktiviert, sobald ein Kunde Zugangsdaten hinterlegt – ein Ausblick, kein fertig ausgelieferter Multi-Cloud-Scanner.
Warum das zusammengehört
CTEM ohne gute Aufklärung validiert einen unvollständigen Scope; passives OSINT und Onion-Scanning erweitern genau diesen Scope. Zusammen mit dem KI-Pentest-Agenten für die Tiefe und der Rapid-Response für neue CVEs entsteht ein Loop, der die Exposure kontinuierlich klein hält.
Fazit
Mit geplanten Wiederhol-Scans, einer KPI-Ansicht und zwei neuen passiven Aufklärungswegen wird SnapScan vom Punkt-in-der-Zeit-Werkzeug zum kontinuierlichen Exposure-Management. Genau das erwarten Frameworks wie NIS-2, wenn sie „fortlaufende" Risikoüberwachung verlangen.