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Glossar

OWASP Top 10 (2025): Die zehn größten Risiken für Webanwendungen

Die OWASP Top 10:2025 im Überblick: alle zehn Risiken für Webanwendungen, was sich gegenüber 2021 geändert hat und wie Sie sich jeweils schützen.

Definition: Die OWASP Top 10 sind eine Liste der zehn kritischsten Sicherheitsrisiken für Webanwendungen. Herausgeber ist das Open Web Application Security Project (OWASP), eine gemeinnützige Community. Die aktuelle Fassung ist die OWASP Top 10:2025. Sie gilt weltweit als Referenz für Entwicklung, Code-Reviews und Penetrationstests.

Was sind die OWASP Top 10?

Webanwendungen sind ein häufiges Einfallstor für Angriffe. Die OWASP Top 10 zeigen, wo die größten Risiken liegen. Sie richten sich an Entwickler, Architekten, Sicherheitsteams und Einkäufer von Software.

Die Liste ist kein vollständiger Prüfkatalog. Sie hilft, Prioritäten zu setzen. Wer die zehn Kategorien im Griff hat, hat die häufigsten und folgenreichsten Fehler abgedeckt.

Wie entsteht die Liste?

Für die Ausgabe 2025 hat OWASP Daten zu mehr als 2,8 Millionen Anwendungen ausgewertet. Untersucht wurden 589 Schwachstellentypen aus dem CWE-Katalog, einer Liste typischer Softwarefehler. 248 davon sind den zehn Kategorien zugeordnet.

Acht Kategorien ergeben sich aus diesen Daten. Zwei weitere kommen aus einer Umfrage unter Fachleuten. So fließen auch neue Risiken ein, die in Testdaten noch selten auftauchen.

Die OWASP Top 10:2025 im Überblick

  1. A01 – Broken Access Control: Nutzer können Daten sehen oder ändern, für die sie keine Rechte haben. Seit 2025 gehört auch Server-Side Request Forgery (SSRF) dazu. Schutz: jede Anfrage serverseitig prüfen, standardmäßig verweigern, Rechte nach dem Least-Privilege-Prinzip vergeben.
  2. A02 – Security Misconfiguration: Systeme, Anwendungen oder Cloud-Dienste sind unsicher eingerichtet, etwa mit Standardpasswörtern oder offenen Verwaltungszugängen. Schutz: gehärtete Vorlagen, unnötige Funktionen abschalten, Konfiguration automatisch prüfen.
  3. A03 – Software Supply Chain Failures: Angreifer kompromittieren Bibliotheken, Werkzeuge oder Build-Prozesse, aus denen Ihre Software entsteht. Die Kategorie ist neu und erweitert das frühere Thema veralteter Komponenten. Mehr dazu unter Supply-Chain-Angriff. Schutz: Inventar aller Abhängigkeiten, Updates zeitnah einspielen, Herkunft von Paketen prüfen.
  4. A04 – Cryptographic Failures: Daten sind bei Übertragung oder Speicherung nicht oder schwach verschlüsselt. Schutz: aktuelle Verfahren, TLS für alle Verbindungen, saubere Schlüsselverwaltung. Grundlagen unter Verschlüsselung.
  5. A05 – Injection: Ungeprüfte Eingaben werden als Befehl ausgeführt. Beispiele sind SQL-Injection und Cross-Site Scripting (XSS). Schutz: parametrisierte Abfragen, Eingaben prüfen, Ausgaben passend kodieren.
  6. A06 – Insecure Design: Der Fehler steckt im Entwurf, nicht im Code. Schutz: Bedrohungen schon in der Planung durchspielen (Threat Modeling) und bewährte Sicherheitsmuster nutzen.
  7. A07 – Authentication Failures: Angreifer können sich als andere Nutzer ausgeben, zum Beispiel durch Credential Stuffing. Schutz: Multi-Faktor-Authentifizierung, Schutz vor automatisierten Login-Versuchen, sichere Sitzungsverwaltung.
  8. A08 – Software or Data Integrity Failures: Code oder Daten werden ohne Prüfung als vertrauenswürdig behandelt, etwa bei Updates, in CI/CD-Pipelines oder beim Deserialisieren. Schutz: Signaturen prüfen, Build-Pipelines absichern.
  9. A09 – Security Logging and Alerting Failures: Angriffe werden nicht erkannt, weil Protokolle fehlen oder niemand alarmiert wird. Neu betont OWASP die Alarmierung. Schutz: sicherheitsrelevante Ereignisse zentral erfassen und Alarme mit klaren Zuständigkeiten verknüpfen. Mehr unter Security Logging und Monitoring.
  10. A10 – Mishandling of Exceptional Conditions: Die Anwendung reagiert falsch auf Fehler und Ausnahmen. Ein Beispiel ist „failing open“: Bei einem Fehler wird der Zugriff erlaubt statt verweigert. Die Kategorie ist neu. Schutz: Fehler gezielt abfangen, im Zweifel sicher abbrechen, Fehlerpfade testen.

Was hat sich gegenüber 2021 geändert?

OWASP nennt zwei neue Kategorien und eine Zusammenlegung:

  • Neu: A03 Software Supply Chain Failures und A10 Mishandling of Exceptional Conditions.
  • Zusammengelegt: SSRF war 2021 eine eigene Kategorie (A10). Seit 2025 gehört es zu A01 Broken Access Control.
  • Umbenannt: Aus „Identification and Authentication Failures“ wurde „Authentication Failures“. Aus „Security Logging and Monitoring Failures“ wurde „Security Logging and Alerting Failures“.
  • Neue Reihenfolge: Security Misconfiguration steigt von Platz 5 auf Platz 2. Cryptographic Failures fällt von 2 auf 4, Injection von 3 auf 5 und Insecure Design von 4 auf 6.

So setzen Sie die OWASP Top 10 um

  • Früh anfangen: Sicherheitsanforderungen gehören in die Planung, nicht erst in den Test. Mehr dazu unter Secure Coding.
  • Automatisch prüfen: Code-Analyse und Abhängigkeits-Scans laufen bei jedem Build mit. Siehe DevSecOps.
  • Schulen: Entwickler sollten die zehn Kategorien und typische Beispiele kennen.
  • Regelmäßig testen: Ein Penetrationstest prüft, ob die Maßnahmen in der laufenden Anwendung wirken.
  • Zügig patchen: Bekannte Lücken in Komponenten schnell schließen. Siehe Patch-Management.

OWASP Top 10 und Penetrationstests

Viele Auftraggeber verlangen, dass ein Pentest die OWASP Top 10 abdeckt. Das ist ein guter Mindeststandard. Achten Sie darauf, dass der Test auch Logik und Berechtigungen prüft, nicht nur automatische Scans. Gerade A01 und A06 findet man vor allem durch manuelle Prüfung.

Im Penetrationstest von SecTepe prüfen wir Webanwendungen von Hand nach dem OWASP Web Security Testing Guide (WSTG). Die OWASP Top 10 gehören dabei zum Prüfumfang, ebenso Abläufe, Anmeldung und Sitzungen.

Fazit

Die OWASP Top 10:2025 zeigen, wo Webanwendungen am häufigsten verwundbar sind. Neu im Fokus stehen die Software-Lieferkette und der Umgang mit Fehlern. Wer die zehn Kategorien in Planung, Entwicklung und Test verankert, senkt das Risiko deutlich.

Häufige Fragen zu OWASP Top 10

Welche Version der OWASP Top 10 ist aktuell?

Aktuell ist die OWASP Top 10:2025. Sie löst die Ausgabe von 2021 ab. OWASP selbst kennzeichnet die Fassung von 2021 als abgelöst.

Sind die OWASP Top 10 ein Gesetz oder eine Pflicht?

Nein. Die OWASP Top 10 sind eine Empfehlung einer gemeinnützigen Community. Viele Unternehmen und Prüfer nutzen sie aber als Maßstab, etwa in Ausschreibungen, Code-Reviews und Penetrationstests.

Was ist der Unterschied zwischen OWASP Top 10 und OWASP ASVS?

Die Top 10 zeigen die wichtigsten Risiken. Sie sind eine Liste zur Sensibilisierung. Der Application Security Verification Standard (ASVS) ist ein ausführlicher Katalog mit prüfbaren Anforderungen. Er eignet sich als Grundlage für Tests und Abnahmen.

Gelten die OWASP Top 10 nur für Webanwendungen?

Der Schwerpunkt liegt auf Webanwendungen. Viele Kategorien betreffen aber jede Software, etwa Zugriffskontrolle, Konfiguration oder die Lieferkette. Für Schnittstellen gibt OWASP zusätzlich eine eigene API Security Top 10 heraus.

Wie prüft man eine Anwendung auf die OWASP Top 10?

Am besten kombiniert: automatische Scans und Prüfungen im Build-Prozess finden viele bekannte Fehler. Ein Penetrationstest findet zusätzlich Fehler in Logik und Berechtigungen, die Werkzeuge allein oft übersehen.

Reicht eine Web Application Firewall als Schutz?

Nein. Eine Web Application Firewall kann bestimmte Angriffe wie Injection abfangen. Fehler im Design, in der Zugriffskontrolle oder in der Lieferkette löst sie nicht. Diese müssen in der Anwendung selbst behoben werden.

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