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Glossar

Authentifizierung: Bedeutung, Verfahren und Beispiele

Was ist Authentifizierung? Bedeutung, Unterschied zu Authentisierung und Autorisierung, die drei Faktoren, Verfahren wie MFA und Passkeys und typische Angriffe.

Definition: Authentifizierung ist der Nachweis und die ÜberprĂŒfung der behaupteten IdentitĂ€t eines Benutzers, GerĂ€ts oder Systems – etwa durch Wissen (Passwort), Besitz (Token) oder biometrische Merkmale –, bevor Zugriff auf Ressourcen gewĂ€hrt wird.

Was bedeutet Authentifizierung?

Wer sich irgendwo anmeldet, behauptet: „Ich bin diese Person.“ Die Authentifizierung prĂŒft, ob das stimmt. Erst danach erhĂ€lt der Nutzer Zugriff auf Konto, Daten oder Systeme.

Im Alltag passiert das stĂ€ndig: beim Entsperren des Smartphones, beim Login ins E-Mail-Postfach oder beim Bezahlen mit der Bankkarte und PIN. Auch GerĂ€te und Programme authentifizieren sich untereinander, etwa ein Server gegenĂŒber einem anderen.

Authentisierung, Authentifizierung und Autorisierung

Im Deutschen unterscheidet man drei Schritte, die oft verwechselt werden:

  1. Authentisierung: Der Nutzer weist seine IdentitÀt nach. Er gibt etwa Benutzername und Passwort ein oder legt den Finger auf den Sensor.
  2. Authentifizierung: Das System prĂŒft diesen Nachweis. Passt das Passwort zum Konto?
  3. Autorisierung: Das System legt fest, was der Nutzer darf. Darf er die Datei nur lesen oder auch Àndern?

Ein Beispiel: Am Flughafen zeigen Sie Ihren Ausweis (Authentisierung). Die Beamtin prĂŒft ihn (Authentifizierung). Ihre Bordkarte bestimmt, welches Flugzeug Sie betreten dĂŒrfen (Autorisierung). Im Englischen heißen die ersten beiden Schritte gemeinsam „authentication“, der dritte „authorization“.

Die drei Faktoren der Authentifizierung

  • Wissen: etwas, das nur der Nutzer weiß, etwa ein Passwort, eine PIN oder eine Sicherheitsfrage.
  • Besitz: etwas, das nur der Nutzer hat, etwa ein Smartphone, eine Smartcard oder ein Hardware-SchlĂŒssel.
  • InhĂ€renz: etwas, das der Nutzer ist, etwa sein Fingerabdruck oder sein Gesicht. Mehr dazu unter biometrische Authentifizierung.

Werden zwei oder mehr Faktoren aus verschiedenen Kategorien kombiniert, spricht man von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), bei genau zwei Faktoren von Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Das BSI empfiehlt, die Zwei-Faktor-Authentisierung zu nutzen, wo immer ein Dienst sie anbietet.

Verfahren im Überblick

  • Passwort und PIN: am weitesten verbreitet, aber allein am schwĂ€chsten. Passwörter werden erraten, gestohlen oder bei mehreren Diensten wiederverwendet.
  • Einmalcodes: per App, SMS oder E-Mail. Codes aus einer Authenticator-App sind sicherer als SMS.
  • Push-BestĂ€tigung: Eine App fragt, ob die Anmeldung freigegeben werden soll. Bequem, aber anfĂ€llig, wenn Nutzer Anfragen gedankenlos bestĂ€tigen.
  • Hardware-SicherheitsschlĂŒssel: kleine GerĂ€te fĂŒr den USB-Anschluss oder per NFC, meist nach dem FIDO2-Standard. Sie gelten als besonders sicher gegen Phishing.
  • Passkeys: eine Anmeldung ohne Passwort nach dem FIDO2-Prinzip. Der geheime SchlĂŒssel bleibt auf dem GerĂ€t und wird mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN freigegeben.
  • Zertifikate und Smartcards: verbreitet in Unternehmen und Behörden, etwa fĂŒr die Anmeldung am Rechner oder im VPN.
  • Biometrie: Fingerabdruck oder Gesicht, meist um ein GerĂ€t oder einen SchlĂŒssel auf dem GerĂ€t freizugeben.

Challenge-Response-Verfahren

Viele sichere Verfahren arbeiten nach dem Challenge-Response-Prinzip. Der Server schickt eine zufĂ€llige Aufgabe, die Challenge. Das GerĂ€t des Nutzers berechnet daraus mit einem Geheimnis eine Antwort, die Response. Der Server prĂŒft, ob die Antwort stimmt.

Der Vorteil: Das Geheimnis selbst wird nie ĂŒbertragen. Wer die Verbindung belauscht, kann mit der Antwort nichts anfangen, denn die nĂ€chste Challenge ist eine andere. Hardware-SchlĂŒssel und Passkeys nutzen dieses Prinzip.

Authentifizierung in Unternehmen

In Firmennetzen laufen Anmeldungen meist ĂŒber zentrale Dienste. Mitarbeitende melden sich einmal an und erhalten dann Zugriff auf viele Anwendungen. Das nennt man Single Sign-on (SSO). DafĂŒr gibt es bewĂ€hrte Protokolle:

  • Kerberos: Standard fĂŒr die Anmeldung in Windows-DomĂ€nen mit Active Directory.
  • SAML: verbreitet fĂŒr die Anmeldung an Web-Anwendungen in Unternehmen. Siehe SAML.
  • OpenID Connect: baut auf OAuth 2.0 auf und wird fĂŒr Web- und Mobil-Anwendungen genutzt. OAuth 2.0 allein regelt nur die Autorisierung.

Wer welche Rechte hat, regelt das Identity and Access Management (IAM).

Typische Angriffe auf die Authentifizierung

  • Phishing: GefĂ€lschte Login-Seiten stehlen Zugangsdaten. Siehe Phishing.
  • Credential Stuffing: Angreifer probieren gestohlene Zugangsdaten bei vielen Diensten aus. Siehe Credential Stuffing.
  • Password Spraying: Wenige gĂ€ngige Passwörter werden bei sehr vielen Konten getestet. Siehe Password Spraying.
  • MFA-MĂŒdigkeit: Angreifer schicken so lange Push-Anfragen, bis der Nutzer genervt zustimmt.
  • Diebstahl von Sitzungen: Angreifer stehlen das Sitzungs-Token nach der Anmeldung. Dann hilft auch MFA nicht mehr.

Best Practices fĂŒr sichere Authentifizierung

  1. MFA ĂŒberall einschalten, zuerst fĂŒr Administratoren, Fernzugriffe, E-Mail und Cloud-Dienste.
  2. Phishing-resistente Verfahren bevorzugen: Passkeys und Hardware-SchlĂŒssel statt SMS-Codes.
  3. Lange, einzigartige Passwörter: Ein Passwort-Manager hilft dabei.
  4. Anmeldungen ĂŒberwachen: Ungewöhnliche Logins erkennen und Konten nach vielen Fehlversuchen sperren.
  5. Rechte begrenzen: Nach dem Least-Privilege-Prinzip nur die nötigen Rechte vergeben.
  6. Zugriffe laufend prĂŒfen: Im Sinne von Zero Trust wird nicht nur einmal am Anfang geprĂŒft. Siehe Zero Trust Identity Management.

Fazit

Authentifizierung prĂŒft, ob jemand wirklich der ist, der er zu sein behauptet. Ein Passwort allein reicht dafĂŒr heute nicht mehr. Mehrere Faktoren und phishing-resistente Verfahren wie Passkeys machen Konten deutlich sicherer. Zusammen mit einer sauberen Autorisierung bilden sie die Grundlage jeder Zugriffskontrolle.

HĂ€ufige Fragen zu Authentifizierung

Was bedeutet authentifizieren?

Authentifizieren heißt, eine behauptete IdentitĂ€t zu prĂŒfen. Ein System prĂŒft zum Beispiel, ob das eingegebene Passwort zum Benutzernamen passt. Ist die PrĂŒfung erfolgreich, gilt der Nutzer als authentifiziert.

Was ist der Unterschied zwischen Authentisierung, Authentifizierung und Autorisierung?

Bei der Authentisierung weist der Nutzer seine IdentitĂ€t nach, etwa mit einem Passwort. Bei der Authentifizierung prĂŒft das System diesen Nachweis. Die Autorisierung legt danach fest, was der Nutzer darf. Im Englischen heißen die ersten beiden Schritte gemeinsam „authentication“.

Was ist Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung braucht man zwei Nachweise aus verschiedenen Kategorien, zum Beispiel ein Passwort und einen Code aus einer App. Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr fĂŒr die Anmeldung. Das BSI empfiehlt, sie zu nutzen, wo immer es möglich ist.

Sind Passkeys sicherer als Passwörter?

Ja. Bei Passkeys bleibt der geheime SchlĂŒssel auf Ihrem GerĂ€t, es wird kein Passwort ĂŒbertragen. Passkeys sind an die echte Website gebunden. Eine gefĂ€lschte Phishing-Seite kann sie deshalb nicht abgreifen.

Ist ein Code per SMS sicher?

Er ist deutlich besser als nur ein Passwort. SMS-Codes lassen sich aber abfangen, etwa wenn Angreifer die Telefonnummer auf eine eigene SIM-Karte ĂŒbertragen lassen. Sicherer sind Codes aus einer App, Hardware-SchlĂŒssel oder Passkeys.

Was ist ein Challenge-Response-Verfahren?

Der Server schickt eine zufĂ€llige Aufgabe (Challenge). Der Nutzer oder sein GerĂ€t berechnet daraus mit einem Geheimnis eine Antwort (Response). Der Server prĂŒft die Antwort. Das Geheimnis selbst wird dabei nie ĂŒbertragen.

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